Andrej:
Für mich begann die Arbeit schon am zweiten Tag, den wir hier in Stanthorpe verbracht haben. Ich wurde mit einem anderen Jungen (Johann) eingeteilt, der erst fünf Minuten vor uns eingecheckt hatte, für einen Bauern „Männerarbeit“ zu erledigen. Was das genau war, konnten weder er noch ich bei dem Sammelsorium an fremden Begriffen leider nicht verstehen. Diesmal gab es einen richtigen Vertrag mit der Angabe von Steuernummer und Adresse und vor allem mit einem vollem Namen. Schonmal deutlich besser. Auch wenn ich nicht wusste, wieviel Arbeit es pro Tag gibt, waren auch die 19,20 $ deutlich besser, als die ca. 9 $ pro Stunde in Gatton. Morgens um 5:30 Uhr fuhren wir dann los und waren, nachdem wir einmal falsch abgebogen waren immernoch fünf Minuten zu früh. Die Arbeit für den ersten Tag bestand aus drei Aufgaben. Uns wurde vom Bauern einer seiner festangestellten Arbeiter zur Seite gestellt (Jack). Wir arbeiteten auf einem Tomatenfeld. Eine Person musste einen uralten Traktor mit einer Wassertonne als Anhänger fahren, der eine Maximalgeschwindigkeit von 26 km/h hatte. Der Zweite bediente eine Spritzdüse, die mit der Wassertonne verbunden war, um mit einem Hochdruckstrahl alle 10 Meter ein Loch in den Boden zu schießen und der Dritte stellte in ebendieses Loch einen ca. 1,50 m hohen Stab und rammte ihn mit einer speziellen 10 kg schweren Apparatur ungefähr einen halben Meter in den Boden. Ein wirklich harter Job, vor allem, wenn die Minuten während der Mittagshitze nicht vergehen wollen. Der Sinn dahinter ist, dass die Saison vor allem hier in den Bergen jetzt erst anfängt, die Tomatenpflanzen also erst ungefähr 20 cm hoch sind. Zwischen die Stäbe werden später Drähte gespannt, damit die Tomaten an den Drähten hochwachsen können. Der erste Tag war für uns 8 Stunden lang… 152 $ in einem Tag. Somit ca. die Hälfte von dem Geld, das Hanna und ich in 5 Tagen in Gatton verdient haben… Zweiter Tag und wir fahren erst um 5:45 Uhr los. Schließlich kennen wir ja jetzt den Weg. Zunächst war wieder die Arbeit auf dem Tomatenfeld angesagt. Nach der Mittagspause wurden wir dann aber mit Jack und einem anderen Arbeiter (Michael) zu einem neugepflügten Feld geschickt, auf dem vorher Wein wuchs, jetzt aber etwas anderes angepflanzt werden sollte. An das Feld schließt ein Damm und ein Wasserrückhaltebecken an, die als ich zum ersten mal da war noch gebaut wurden. Wir sollten das gesamte Feld auf Steine und Äste durchsuchen, damit diese später nicht im Weg rumliegen. Ich fing an mich mit Michael zu unterhalten (mit Jack kann man sich nicht unterhalten da er um die 120% des Tages Musik hört) und das Eis war dann endgültig gebrochen, als sich herausstellte, dass wir beide für je 2 Jahre in der Armee waren. Als wir dann anfingen einen Bewässerungsgraben auszuheben, durch den später Rohre vom Wasserrückhaltebecken führen sollen, stellten wir uns nebeneinander und redeten die letzten zwei Stunden der Arbeit miteinander über verschiedenste Themen. 9 Stunden Arbeit, total verschlammte Stiefel, die ersten drei geplatzten Blasen an den Händen und eine Menge Spaß
Dritter Tag und der erste für Hanna. Wir verbrachten den ganzen Tag in dem Wasserrückhaltebecken, in dem eine Folie ausgelegt werden sollte. Heißt wir waren mit 8 Leuten einen kompletten Tag damit beschäftigt, Steine aus dem rauszuschleppen (von Kieselstein bis 100 kg Brocken war alles dabei). 8 Stunden Arbeit und brennende Hitze um die Mittagszeit… Mein vierter Tag bestand zunächst wieder aus der Arbeit auf dem Tomatenfeld, die aber nach zwei Stunden abgeschlossen war. Danach hieß es wieder Steine aus dem Becken rausholen (ein paar sind tatsächlich übersehen worden) und zu guter Letzt, die mehrere Tonnen schweren Felsen mit einem reißfesten Flies zu überdecken, damit die Folie später nicht beschädigt wird. Kurz nach der Mittagspause wurde die insgesamt 1,8 Tonnen schwere Folie mit Gesamtmaßen von 60×70 m von einem hinten ziemlich durchhängenden Toyota Landcruiser gebracht. Mit über 40 Leuten haben wir dann die Folie ausgebreitet, danach wurden Johann und ich in einer Baggerschaufel sitzend wieder zum Haus zurückgefahren und es gab Bier für alle Helfer und Arbeiter. 9 Stunden voll Spannung Spaß und Abenteuer. Ps.: Ich habe mich so gut mit Michael unterhalten, dass er mir dann auch erzählt hat, dass er erst 1,5 Jahre zuvor nach Stanthorpe gezogen ist und hier 30 Acre Land mit Vieh besitzt. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass ich, wenn ich neben der Arbeit noch Zeit habe, ein bisschen aushelfen könnte. Er hat zugestimmt, wir haben Nummern ausgetauscht und nächstes Wochenende gehts den Schafen an die Wolle. xD
Hanna:
Ich habe diese Woche nicht so viel zu erzählen wie Andrej, da ich wie er bereits geschrieben hat nur einen Tag gearbeitet habe. Die freie Zeit hier auf dem Campingplatz habe ich also zum großen Teil damit verbracht mit den anderen Leuten ohne Job Karten zu spielen. Zu Beginn nur 2 Deutsche (Nora, Svenja), 2 Franzosen (Laura, Ludo), eine Britin (Phillipa), und einem Koreaner (Dong). Mitlerweile können so ziemlich alle hier auf dem Campingplatz Durak, und jeder der hier neu ankommt kriegt es beigebracht… Mitlerweile sind es glaub ich etwa 20 Leute die das Spiel können und auch immer gerne mitspielen
Am Freitag hatten wir ein BBQ für das Nora, Svenja und ich Geld eingesammelt haben und dann Freitag morgens einkaufen zu gehen. Und jetzt der spannende Teil: Wir steigen also ins Auto ein, schnallen uns an, ich starte den Wagen. Auf einmal fängt Svenja an zu schreien, ich gucke nach links auf den Beifahrersitz, und auf ihrem Schoß sitzt eine kleine Tarantel (also eine Spinne so groß hat man sie in Deutschland so gut wie nie xD) Kupplung losgelassen und alle iwie so schnell wie möglich aus dem Auto raus. Es muss unglaublich gut ausgesehen haben xD Leider hat keiner das gefilmt ^^ Diese Spinne ist übrigens für die meisten Todesfälle in Australien verantwortlich, nicht etwa, weil sie giftig ist (bekannterweise ist der Biss einer Tarantel ungefähr so schlimm wie ein Wespenstich, also absolute ungefährlich) sondern, weil sie von außen in die Lüftungsschächte eines Autos krabbelt, es sich dort gemütlich macht, um dann irgendwann in den Innenraum des Autos zu hüpfen und die Leute zu erschrecken, die dann das Lenkrad verreißen und somit einen Unfall bauen. Wir hatten also Glück, dass sie schon rausgekommen ist bevor wir auf dem Highway waren. Das allerbeste an der Geschichte war sowieso, dass Nora noch am Tag zuvor davon gelesen hatte und sich gedacht hat : ach, sowas passiert mir bestimmt nicht ^^ Die Spinne hat diesen Vorfall übrigens überlebt ^^ Wir haben sie aus dem Auto rausgebracht und sie hat sich in einen Baum eingenistet. Das BBQ am Abend war auch sehr cool. Ein anderer deutscher und der Franzose (Tobi und Ludo) haben von ihrem Farmer etwa 5 Kilo Wild und Spargel geschenkt bekommen, Svenja, Nora und ich haben wie bereits erzählt alles andere eingekauft (Würstchen, Salat, Kartoffelsalat, Brot etc.) und so saßen wir dann bei leckerem Goon *hust* (das billigste Gesöff hier in Australien, und das einzige was man überhaupt bezahlen kann, ganz billiger Wein in 4 Liter Kanistern für 11 Dollar, der rote davon ist etwa so wie Sangria) und wirklichwirklich geilem Essen alle gemütlich zusammen. Ich denke wir waren etwa an die 25 Leute
(deutsche, franzosen, briten, schweden, koreaner, japaner) Jetzt haben Andi und ich allerdings Grippe, was eher uncool ist, weil Andi morgen wieder arbeiten muss. Aber so wie ich ihn kenne ist der morgen wieder fit. Für mich gibt es bis jetzt immer noch keinen Job, aber ganz bald werden hier mehr Jobs frei als hier Leute sind
In: Allgemein

Durak… gibts das immer noch. Das haben wird doch schon vor 4 Jahren in der Oberstufe immer gespielt. Warum überlebt dieses Spiel so lange xD
@Alkohol: Hab gehört, dass das in den Kneipen dort günstiger sein soll als im Supermarkt (von einem der selber unten war und sich ab und zu mit Iren und ähnlichen im Wetttrinken angelegt hat).
Ieh, grad euer Wetter angeguckt. Für mich schon zu viel. Ich hab die Tage geträumt es hätte den ersten Schnee gegeben. Leider nicht
Durak ist DAS Spiel in Russland. Russland ist groß, es gibt viele Russen, es breitet sich also immer weiter aus?…
Unser Wetter? Hast du vllt falsch geschaut? Bedenke, dass es hier Nachts sehr viel kälter ist als tagsüber, und es schon um 18:30 stockfinster und somit auch schon arschkalt ist.
Kneipen sind deswegen günstiger, weil es immer überall Freigetränke gibt. Aber wir wohnen hier aufm Land
also hat sich das eh erledigt ^^
Ich glaube ich währe nach dieser Arbeit wahrscheinlich Tot umgefallen.
Und spricht das jetzt für oder gegen mich das ich nicht weiß was Durak ist.
@ Andi
Deine Arbeit hört sich ja ganz schon schweißtreibend an. Aber dafür ist die Bezahlung gut und dich hat harte Arbeit ja noch nie gestört. Das du sofort jemanden bei der Arbeit kennenlernst war ja wieder typisch, bleibt aber wohl auch kaum aus
Ich hoffe du nagst den Schafen das Fleisch nicht von den Beinen wenn du sie Scherst(schreibt man das so?).
@ Hanna
Oh mein Gott eine Tarantel ich hätte einen Herzkasper bekommen, einen hysterischen Anfall oder wäre sofort tot umgefallen. Wie habt ihr die den aus dem Auto bekommen? Hat sie etwa jemand raus getragen?°° oder habt ihr sie mit irgendwas raus gescheucht?
Naja ihr habt es ja gut überstanden und dann ein leckeres BBQ gehabt. So muss jetzt mal schnell mich mit jemandem treffen, schreib villt. nacher noch ne kleinigkeit mehr;)
Hab euch lieb
Viele grüße Laura
p.s.
das gute alte Durak ^^
Ach das wollte ich noch fragen:
Habt ihr irgendwo schon mal blauen Wackelpudding gesehen? Wenn ja schickt mir mal ein Päckchen
Bei mir geht jetzt die Uni jetzt wieder los, das lotter Leben hat also wieder ein ende. Bin mal gespannt wie dieses Semester so wird. Hoffe mal das du (Hanna) auch bald wieder Aktion bekommst. Außer von Tierchen.
Blauen Wackelpudding… muss ich heute mal nach schauen beim Einkaufen…
Die Spinne hat sich auf die Wäschewanne von uns gesetzt und Svenja hat dann einfach die Wanne aus dem Auto geworfen xD Daraufhin ist Spinni in einen Baum verschwunden.
Kleine Anmerkung zu eurem Spinnenvorfall. Möchte euch jetzt nicht in Panik versetzen, aber “etwas” gefährlicher als ein Wespenstich ist der Biss einer Tarantel schon.
Zitat (Quelle http://tierdoku.com/index.php?title=Tarantel):
Toxizität, Tarantella
Die Tarantel verfügt, wie fast alle Spinnen, über Giftdrüsen und über einen Giftkanal, der die Chelizeren, die Fangklauen, mit den Giftdrüsen verbindet. Ein Biss der Tarantel ist so gut wie nie tödlich, wenn man nicht allergisch auf das Gift reagiert, und mit ärztlicher Hilfe ist selbst dann die Gefahr schwindend gering. Ein Biss kann jedoch sehr starke Schmerzen zur Folge haben, von Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Entzündungen, über Geschwülste mit oder ohne Blasenbildung, bis hin zu Angstzuständen und Bewusstlosigkeit reicht die Spanne an Symptomen. Tritt Bewusstseinsverlust ein, kann der Biss einer Tarantel lebensgefährlich sein. In einem Fall wurde eine Nekrose (- Paps: gr. νέκρωσις nékrosis „Absterben“) nachgewiesen. Zumeist treten jedoch nur Lokalsymptome wie Schmerzen, Schwellung und Juckreiz auf.
Das war aber ja auch nur eine kleine Tarantel ^^ die sind echt ungefährlich. Das man von den großen schon mal ein paar Tage flachliegt wissen wir auch. Aber die Panikmache in Deutschland ist total übertrieben ^^ Also, wir sind absolut safe hier, da die einzigen Spinnen die uns wirklich umbringen könnten (und ich geh jetzt mal davon aus, dass wir nicht allergisch sind) entweder hier nicht vorhanden sind (trichterspinne in region Sydney) oder eben klein mit nem roten kreuz auf dem rücken. joa ^^