Diese Geschichte wurde verfasst von Käptn Blubber (Stufe 11) und könnte missverständliche oder schlichtweg erlogene Inhalte enthalten!
Unterstrichene Textpassagen wurden von führenden Forschern als zu mindestens 50% wahrheitsgemäß eingestuft.
Aus der Alten Welt (Surfers Paradise) in die Neue (Mooball Beach)
Wir schreiben das Jahr 2011. Nach unserem Ausbruch aus den hotelverseuchten Gestaden konnten wir uns ins etwa 70 Seemeilen entfernte Pottsville retten.
Die Einheimischen Ureinwohner schienen diesmal keine menschenfressenden Geldhaie zu sein und wir entschieden hier zu rasten um uns zu sammeln und die Vorräte aufzustocken.
Wir schreiben Mittwoch, den 28., wenn ich mein Zeitgefühl in den tödlichen Dschungeln des Nordens nicht eingebüßt habe. Ein frisch entdeckter Lausbefall zwingt uns dazu unsere Haarpracht, die wir nur kurz zuvor erst vorm skalpieren bewahren konnten, restlos abzuschneiden.
An dem verlassenen Strand, den wir uns nun zur Ruhestätte erwählt haben, ist ein leichtes nicht aufzufallen und so fielen sie alle, Strähne für Strähne herab, vom Wind davongetragen.
Da wir unser Jagdgerät erst kürzlich an die nördlichen Wilden verloren haben, sind wir gezwungen auf der Jagd nach Truthähnen Zwillen und grobe Steine zu verwenden.
Wir fanden exotische Muscheln und ganze Schwärme von fliegenden mindestens 5 Meter großen Haien. Sie sprangen im minutentackt 30 Meter in die Luft, um die vorbeifliegenden Strauße zu fangen.
Als wir eines der Straußeneier fanden, spielten wir damit Beachball, eine hiesige Variante von Tennis, bis das Ei zerbrach.
Durch die ruhige Lage motiviert, entschieden wir auch mal wieder auszumisten und die alten Lumpen unserer Verstorbenen auszulüften, der Eistee habe sie gnädig!
Alles in allem verbrachten wir 5 Tage an diesem tückischem aber auch schönen Stückchen Land. Wir ließen unser Schiff zurück, weil wir eine Meerjungfrau gerammt und sie damit getötet hatten. Sie riss ein Loch in Form eines Menschen mit Fischschwanz in den Rumpf. Die Gefahr, dass ihre Schwestern sie rächen ist einfach zu groß und wir wollen keine Risiken mehr eingehen.
Gezeichnet, Käptn Blubber (Stufe 11), Kapitän, Koch, Navigator, Deckschrubber und Glatzenträger der MS Kia Sportage – Station Wagon (4WD)
Nach einigen Tagen entschieden wir also unsere Reise ins Landesinnere fortzusetzen, Gatton war schließlich das Ziel. Schnell noch im Caravan Park von Pottsville geduscht und auf Richtung Westen.
Kurz nach Murwillumbah fanden wir einen Wanderweg auf den Mt Warning den man bereits von ByronBay sehen konnte und wir beschlossen hoch zu wandern, da es an dem Tag allerdings schon zu spät war, wollten wir eine Nacht auf einem Campingplatz bleiben um dann am nächsten Tag hochzulaufen.
Am Abend schauten wir dann noch mit einigen Leuten aus dem Ort kurz das Finale der Rugby WM ‘Australien gegen Neuseeland’, aber bereits nach 30 Minuten entschieden wir uns lieber etwas zu essen zu kochen, als das Spiel zuende zu schauen.
Nach zwei Nächten auf dem Platz (bedingt durch Regen)sind wir zum Mt Warning gefahren und hochgewandert, etwa 400 Meter vor dem Ziel kam eine Kletterwand, mit einer Kette an der Seite, an der man sich festhalten kann (siehe Foto). Nach einer Nacht wildcampen wollten wir weiter nach Westen um uns wieder mit Tobi und Tina zu treffen, entschieden uns dann aber anders, als wir die SMS von unserem Contractor aus Gatton erhalten haben, dassdie Onion Saison losgeht und sind direkt richtung Gatton gefahren. Kurz vor Gatton erhielten wir einen Anruf von Tobi, dass wir nach Laidley zu einem Campingplatz fahren sollen, da dieser sehr günstig sei. Ja, sehr günstig sogar, 11 Dollar für 2 Nächte, mit warmer Dusche
Erster Morgen, 4 Uhr, wir stehen auf, da wir uns um 5 in Gatton mit dem Contractor treffen wollten, es hat übelst geregnet und wir haben uns schon gedacht, dass keine Arbeit ist, sind aber trotzdem hingefahren. Da um 5:30 immer noch keiner beim Treffpunkt war und wir auch keine Nachricht erhalten haben, dass die Arbeit nicht stattfindet, hat Tobi bei dem Kerl angerufen. Im selben Moment erhielt er eine SMS, dass die Arbeit aufgrund des Wetters ausfällt. Im Verlauf des Tages fanden wir dann heraus, dass es in Queensland keine Sommerzeit gibt und unsere Uhren folglich eine Stunde zu früh eingestellt waren… so gammelten wir den ganzen Tag rum und Andi beschloss sich in Australien eine Angel zu kaufen. Auch die nächsten Tage gab es wegen des nächtlichen Regens keine Arbeit auf der Onionfarm.
Wir zogen nach Gatton auf einen Parkplatz zwischen Friedhof und Park, mit WC und kostenlosen Duschen (die allerdings nach der ersten Benutzung bereits abgeschlossen wurden… Andi kann aber rüberklettern
und ich häng die Solarshower im WC auf) Direkt am Park ist auch das Cultural Center mit Information und Bücherei in dem wir jeden Tag eine Stunde ins Internet können und Strom haben.
Sonntag, 9.10 – Oktoberfest im Cultural Center: Da die Region um Gatton aus deutschen Kollonien besteht (Bremer River, Minden, deutscher Opa im Supermarkt, der hier seit 50 Jahren lebt etc.) gab es dieses Jahr zum ersten mal ein Oktoberfest in Gatton. Wir waren natürlich dabei
Da wir kostenloses Mittagessen haben wollten, haben wir uns alle zum Hotdogwettessen angemeldet. Dieses fand aber erst um 13 Uhr statt und deswegen verbrachten wir die 2 Stunden vorher in der Beerhall, in der die ganze Zeit Programm war. Außerdem gab es aus Deutschland importiertes Bier und deutschstammige Entertainerin.
Bereits nach kurzer Zeit fragte sie wer alles aus Deutschland käme woraufhin wir uns meldeten und ziemlich viel Aufmerksamkeit auf uns zogen. Zuerst kam ein Typ mit seiner Kamera und wir haben ein Interview gegeben, welches irgendwo auf Youtube zu finden sein soll, dann noch die Zeitung und später eine Frau die uns auf das Oktoberfest in der Schule von Plainlands einlud. Das Hotdogwettessen (es gab nur einen Hotdog, und Gewinner war, wer zuerst aufgegessen hat) hat natürlich Andrej gewonnen, als Hauptpreis gab es einen Oktoberfest Krug und ein 9 Dollar teures Erdinger Weissbier – Oktoberfest Edition. Der Rest durfte sich was von einem Tisch aussuchen (Hüte, Dosenhalter, Zeugs). Als wir gehen wollten haben wir außerdem noch Brezeln geschenkt bekommen und wurden nach einem Feedback gefragt.
Abends ist uns eingefallen, dass wir bereits Tage zuvor die Nummer von einem anderen Job im Internet gefunden hatten, da wir keinen Bock mehr hatten auf die Zwiebeln zu warten haben wir angerufen und schwupps, am nächsten Tag um 5 konnten wir schon arbeiten. Mörchen pflücken, 4,50 pro Korb. 20 Körbe in 6 Stunden, macht 90 Dollar und die Aussicht auf viel bessere Jobs, mit viel mehr Geld
Wir haben sogar schon einen Plan wofür wir einen Teil des Geldes ausgeben können: Ein Dachgepäckträger, kosten insgesamt: 400 Dollar. Bei einem Gehalt von durchschnittlich zusammen 3000 Dollar im Monat. Die nächsten zwei Monate bleiben wir also in Gatton, mal sehen was wir dann machen, wenn wir eine sehr gute Position kriegen, bleiben wir evtl noch etwas länger, ansonsten geht es weiter nach Norden, richtung Townsville.
Liebe Gruesse
In: Allgemein